Kunststoff-Sammelversuch liefert wichtige Erkenntnisse

Bild: Stadt Zürich

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Der laufende Kunststoffsammel-Versuch in Höngg und Schwamendingen nähert sich seinem Ende. Die Reaktionen der Bevölkerung sind sehr positiv.


 

Herausfordernd beim Plastik-Recycling sind jedoch das Volumen, die Wiederverwertung, der Transport und die Finanzierung.

 

Die Sammlung und Wiederverwendung von Wertstoffen ist für den Zürcher Stadtrat ein Gebot der Zeit. Um Erfahrungen zum Recycling von Kunststoffen zu gewinnen, beauftragte er deshalb ERZ Entsorgung + Recycling Zürich mit der Durchführung eines Kunststoffsammelversuchs. Dieser läuft seit Mitte Juni in Höngg und Schwamendingen. Die Quartierbewohnenden können dort noch bis 11. Dezember an über einem Dutzend Wertstoff-Sammelstellen neben Glas und Kleinmetall auch Kunststoff entsorgen.

 

 

Das testweise Entsorgungsangebot wird bisher sehr stark genutzt und die Sammelmengen sind dementsprechend hoch: Bis zur ersten Novemberwoche wurden rund 60 Tonnen Kunststoffabfall abgegeben. Diese Menge entspricht rund 20 Prozent des Kunststoffabfalls, der im gleichen Gebiet und während der gleichen Zeit im Durchschnitt anfällt. Als besondere Herausforderung stellte sich wie erwartet jedoch nicht das Gewicht, sondern das Volumen heraus. Um dieses bewältigen zu können, musste ERZ die Anzahl der Sammelbehälter bereits kurz nach dem Teststart mehr als verdoppeln und den Kunststoff bis zu dreimal täglich abholen.

 

Die Nutzenden des temporären Entsorgungsangebots trennen ihren Kunststoffabfall vorbildlich – der Anteil von Fremdstoffen wie Glas oder Metall ist sehr niedrig. Dennoch kann im Sortierwerk rund die Hälfte recycelt bzw. als Sekundärrohrstoff wiederverwertet werden. Nicht-recycelbare Produkte aus Plastik bestehen hauptsächlich aus miteinander verbundenen Kunststoffsorten oder sind verschmutzt. Diese Hälfte nicht-recycelbaren Kunststoffabfalls wird darum im Kehrichheizkraftwerk

 

Hagenholz verbrannt und liefert Fernwärme.

Wie bereits erwähnt, ist das Volumen des gesammelten Kunststoffs die grösste Herausforderung. Um stadtweit eine geordnete Sammlung und Abholung gewährleisten zu können, müssten der Kunststoffabfall an jeder der 165 Wertstoffsammelstellen vor Ort gepresst, der ERZ-Fahrzeugpark erweitert, zusätzliches Personal angestellt und die Wertstoff-Sammelstellen mit geeigneten Behältern ausgerüstet werden. Eine weitere Hürde ist die Finanzierung: Weil das Gesetz das Verursacherprinzip vorschreibt, muss die Finanzierung vor der Einführung eines flächendeckenden Entsorgungsangebots geregelt sein.

Wie geplant, wird ERZ die Sammelbehälter in Höngg und Schwamendingen nach dem Ende des sechsmonatigen Versuchs Mitte Dezember abbauen. «Wir danken allen Quartierbewohnenden, die ihren Kunststoffabfall während der vergangenen Monate separat entsorgt und damit zu den aufschlussreichen Ergebnissen beigetragen haben», sagt ERZ-Direktor Daniel Aebli. «Kunststoffe zu sammeln macht Sinn. Wir bleiben deshalb am Ball», sagt Daniel Aebli weiter. ERZ prüft darum nun, die Sammlung von Kunststoffabfall in bestehende Logistikketten zu integrieren. Dadurch könnte ERZ Mehrkosten reduzieren und zusätzliche Fahrten im Stadtgebiet vermeiden. Für die Umsetzung dieses Vorhabens sucht ERZ das Gespräch mit möglichen Partnern wie dem Detailhandel.



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